„Hör mir doch mal zu!“ – „Tu ich doch!“ – „Nein, tust du nicht. Ich muss wirklich unbedingt mit dir reden.“ – „Na gut, aber jetzt nicht, lass uns das auf morgen verschieben, da hab ich mehr Ruhe.“ – Und schon ist er weg, der Gehetzte, die Ruhelose, und das Aufgeschoben landet meist ihm Aufgehoben.

Anderes Szenario: Sie wollen mit dem Chef etwas Wichtiges besprechen, erscheinen zum vereinbarten Termin und beginnen, die Sache zu erklären. Ihr Gegenüber grätscht wortgewandt hinein, kürzt das Ganze ab und sagt: „Prima, dann machen Sie’s so.“ – Sie gehen innerlich achselzuckend raus und denken: „Die Für und Wider hat er sich gar nicht angehört“, und machen sich frustriert an die Arbeit.

In beiden Szenarien hat etwas Wesentliches für gelungene Kommunikation nicht stattgefunden: Dem anderen zuhören und ihn somit ernst nehmen. Gründe dafür gibt’s viele: keine Zeit, keine Geduld, keine Verbindlichkeit, manchmal auch Arroganz, Besserwisserei, lieber ausweichen statt sich zu konfrontieren, und, und, und.

“Für manche heißt Zuhören, sobald wie möglich mit einem „Das erinnert mich an ….“ hineinzugrätschen.”

Im Termin-Hamsterrad unserer durchgetakteten Tage ist manches davon nachvollziehbar, doch der Preis dafür auf Dauer hoch: Vertrauensverlust! Vertrauen aber brauchen wir, um privat wie beruflich etwas zu bewegen und lebendig zu halten.

Zuhören ist der Königsweg für eine andere Art der Kommunikation. Er öffnet die Türen für eine Verständigung, die sowohl menschlich als auch in der Sache auf fruchtbaren Boden fällt. Wenn wir gut zuhören, verstehen wir mehr, können Dinge weitsichtiger beurteilen und Entscheidungen sicherer fällen. Dazu gehört aber auch, auf sich selbst aufzupassen und achtsam gegenzulenken, sollte jemand Ihnen im Eifer „ein Ohr abquatschen“ wollen. Die gute Balance zwischen Reden und Zuhören macht‘s. „Wer spricht, der sät. Wer zuhört, der erntet“, lautet ein argentinisches Sprichwort.

“Zwei Ohren – ein Mund. Es lohnt sich, ab und zu einfach mal die Klappe zu halten.”

Hier ein kleiner „Trick“, um die Falle des Nicht-Zuhörens zu umgehen. Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit (das geht auch neben aller Hektik!), wenden Sie sich nach innen und – hören Sie sich selbst zu! Zuerst dem Gedankengeplapper, Plänen, Sorgen, Wünschen, Pflichten – aber lassen Sie sie einfach weiterziehen. Ruhig atmen, ziehen lassen …. Erst dann können Sie sie hören, und zwar ganz fokussiert: Ihre innere Stimme! Mit ihr tanken Sie aus ureigener Quelle, sind verbunden mit Ihrer Intuition, die den besten Weg kennt. Mit ihr schenken Sie sich Wertschätzung. Und wer den eigenen Wert schätzt, schätzt auch den der anderen.

Erlauben Sie sich diese kleine Auszeit immer mal zwischendurch. Sie werden erstaunliche Erfahrungen im Hören und Zuhören machen. Noch mehr Inputs gibt’s in diesem Video:

Ich wünsche Ihnen, dass Sie oft ganz Ohr sein können und dabei mit dem Herzen hören.

Ihre

Regina Först

P.S.: Wenn Sie mögen, schauen Sie gerne mal auf meinem neuen YouTube-Kanal „Regina Först – People Först“ vorbei, auf dem Sie Videos zu vielen Themen finden. Dort gibt es alle 14 Tage auch das nächste Video aus der Serie „Regina Först on tour“.