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Jede fünfte Frau in Deutschland lebt allein – die meisten davon in den Großstädten. Überhaupt nimmt die „Versingelung“ innerhalb Deutschlands drastisch zu, wie ich neulich las. Laut dem statistischen Bundesamt lebten im Jahr 2011 rund 16 Millionen Menschen alleine, mit steigender Tendenz. Psychologen sprechen von einem Trend zur Vereinzelung und machen als Haupt-Ursache aus, dass einem Großteil davon die berufliche Karriere wichtiger ist als eine erfüllte Partnerschaft.

Doch gerade zur Weihnachtszeit wird diesen „Einzelkämpfern“ oft ihre Einsamkeit bewusst: Wenn Familien mit kleinen Kindern gemeinsam unterm Tannenbaum singen und sich liebevoll beschenken, ist die eigene leere Wohnung besonders trist. Und wegen der „arbeitslosen“ Feiertage klafft dann meist auch noch eine fatale Beschäftigungslücke, die die selbst gewählte Beziehungslosigkeit noch deutlicher spüren lässt.

Und dennoch ist vielen Menschen die eigene Unabhängigkeit heute offenbar mehr wert als feste Bindungen und starke soziale Kontakte. Im Arbeitsalltag wird die „Liebes-losigkeit“ durch Stress und Ehrgeiz überdeckt – und abends lockt Konsum in Form von Käufen oder teuren Restaurant-Besuchen.

Doch warum ist so vielen der Aufbau einer funktionierenden Beziehung zu einem anderen Menschen zu mühsam geworden?

Wann wurde diese Vielzahl von Singles „Gefühls-faul“?

Sind wir auf der „Höher, weiter, schneller“-Autobahn irgendwo unbemerkt falsch abgebogen?

Fakt ist, das Werte wie Kompromissfähigkeit, Rücksicht, Achtung, Verständnis, Güte und Selbstreflexion aktuell weit weniger hoch im Kurs stehen, als Erfolg, Karriere, Ellenbogen und Durchsetzungsfähigkeit. Doch gerade die „altmodischen“ Werte sind zwingend notwendig, um liebesfähig zu sein – und zu bleiben.

Ich möchte in diesem Blog dazu inspirieren, die eigenen Werte zu überdenken – und zu einem „sowohl als auch“ anregen. Es gibt nämlich nicht nur „entweder oder“ – sondern man kann durchaus beides haben: Beruflichen Erfolg und privates Glück! Doch dazu bedarf es oftmals einer Werteverschiebung durch selbstgestellte Fragen:

  • Sind ein Porsche, ein dickes Konto und eine tolle berufliche Position tatsächlich wichtiger als ein Mensch, der einen abends voller Liebe in den Arm nimmt?
  • Mit dem man alles besprechen und bereden kann und der einen empathisch stützt und versteht?
  • Gibt es etwas Schöneres, als morgens in den Armen eines geliebten Menschen aufzuwachen und einen gemeinsamen, neuen Tag vor sich zu haben?
  • Wäre die Vorstellung nicht wunderbar, allen Luxus zu haben und zu genießen und gleichzeitig glücklich in Beziehung zu Leben?

Alles, was vorstellbar ist, kann bekanntlich auch wahr werden: Vielleicht sollte man das gängige Konsumverhalten (Kaufen. Ausprobieren. Wegwerfen. Etwas Neues kaufen) nicht auch auf seine Mit-Menschen übertragen.

Ein bißchen mehr Frustrationstoleranz und Einsatzbereitschaft für die Liebe lohnt sich – glauben Sie mir!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine liebe-volle Weihnachtszeit.

Ihre Regina Först

5 Kommentare
  1. maren thiering sagte:

    …..dieser Artikel spricht auch aus meinem Herzen.
    Besinnt Euch auf die Liebe….auf Gefühl. …auf Naehe….auf die Zweisamkeit und alles, was damit verbunden ist. DAS ist mit keinem Geld der Welt zu ersetzen.
    Maren Thiering

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  2. Rene Krombholz sagte:

    Liebe Regina Först,
    ein toller Gedankengang!!! Ja, irgendwo ist unsere Gesellschaft (oder weite Teile davon) falsch abgebogen. In den 60ern denke ich, als meine Generation alles über Bord geworfen hat. Befreiung war das, und in der Tat: das kann ich bestätigen.
    Einiges von den „alten Werten“ hätten wir festhalten müssen – das fehlt uns heute an allen Ecken und Kanten.
    Darum habe ich bereits vor Jahren die Wertegemeinschaft „der faire Salon“ geschaffen, Kooperationspartner ist TOPHAIR – die Sie ja gut kennen.
    Und ich freue mich jetzt, das es immer mehr Mitstreiter in diese Richtung gibt.
    Herzlichen Dank -und herzlichen Glückwunsch

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  3. Regina Först sagte:

    Vielen Dank für die wunderbaren Kommentare. Ja es ist eine besondere Zeit, in der immer mehr Menschen bereit sind mal anzuhalten und hier und da eine Kurskorrektur vornehmen. Die dunkelste Nacht ist ja meist die, bevor es hell wird. So stellen wir unser eigenes Licht an und gehen inspirierend voran. Der „faire Salon“ ist dafür ein wunderbares Beisoiel. Herzliche Grüße und lieben Dank.

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  4. Beate Sommerfeld sagte:

    Liebe Regina, Du sprichst mir aus dem Herzen! Ich habe schon vor Jahren eine Kursänderung vorgenommen, doch es ist gar nicht so einfach, liebevolle, empathische Menschen kennen zu lernen, die ähnlich denken.
    Ich möchte gerne in Zweisamkeit leben – doch … wo ist ER!!!
    Von Herzen liebe-volle Feiertage …

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