Jedes Jahr im Dezember droht der gleiche Alptraum: Die Firmen-Weihnachtsfeier! Alkoholisierte Kollegen, rotwangige Chefs, entlarvende Fotos, zu viel Glühwein, zu wenig Feingefühl. Geheuchel, Gelaber, Geheule.

„Die Chefs erwarten Dankbarkeit, die Mitarbeiter fragen sich, wie sie den Abend unbeschadet überstehen sollen.“

Die Chefs erwarten Dankbarkeit, die Mitarbeiter fragen sich, wie sie den Abend unbeschadet überstehen sollen. Denn das scheint nicht ganz einfach zu sein: Laut neuesten Erhebungen kündigen neun Prozent aller deutschen Arbeitnehmer auf der Weihnachtfeier spontan ihren Job, 25 Prozent haben dank beeindruckender Promille-Werte endlich den Mut, vom Chef eine Gehaltserhöhung zu fordern, ein Drittel gerät in Handgreiflichkeiten und fast alle haben die Hoffnung auf Sex – mit wem auch immer.

In die Topfpflanze pinkeln, peinlich tanzen und dabei gefilmt werden, lallend Firmen-Geheimnisse ausplaudern, über das desaströse eigene Privatleben in Tränen ausbrechen – Weihnachtsfeier-Alltag. Vielen Mitarbeitern graust vor dem unvermeidlichen Spektakel, dabei könnte alles auch ganz anders sein: Ursprünglich waren Weihnachtsfeiern als harmonischer Abschluss eines gemeinsamen Arbeitsjahres gedacht. Der Lohn der Mühe, verdientes Vergnügen nach 12 Monaten Arbeit.

„Vielen Mitarbeitern graust vor dem unvermeidlichen Spektakel, dabei könnte alles auch ganz anders sein…“

Die Tatsache, dass zu diesem „Jour Fixe“ mal alle Mitarbeiter, jenseits ihrer festgelegten Positionen im Arbeitsalltag, an einem Tisch sitzen, ist (theoretisch!) eine hervorragende Gelegenheit, den Teamgeist zu fördern und das Miteinander zu verpositivieren. Zu keiner Zeit sonst lassen so viele Mitarbeiter (im Alkoholrausch) ihre Masken fallen und bieten so die Möglichkeit, sich wirklich mal kennen zu lernen, Empathie und Solidarität miteinander zu entwickeln. Denn egal ob Kollege Müller im Schaumwein-Rausch mit der Zimmerpalme Tango tanzt oder Kollegin Meier selbstmitleidig in ihre Handtasche schluchzt: Solcherlei Entgleisungen beweisen, dass wir alle menschlich sind – und alle Menschen im Grunde gleich. Auch wenn im Job Ellenbogen und Ehrgeiz dominieren: Im Grunde wollen alle dasselbe: Liebe, Aufmerksamkeit und Anerkennung!

„Die Möglichkeit, sich wirklich mal kennen zu lernen, Empathie und Solidarität miteinander zu entwickeln.“

„Du kannst Dinge tun, die ich nicht tun kann. Ich kann Dinge tun, die du nicht tun kannst. Zusammen können wir große Dinge tun.“ Würden die Worte der weisen Mutter Theresa Eingang finden, könnten Mitarbeiter ein ganz neues Miteinander erleben.

Sie könnten sich solidarisieren, statt sich zu isolieren, sich zusammen tun, statt gegeneinander zu kämpfen. Das würde die nächste Weihnachtsfeier sicherlich großzügiger ausfallen lassen, denn Teamwork ist nach wie vor das A und O, um eine Firma auf die Erfolgsspur zu bringen.

„Teamwork ist nach wie vor das A und O, um eine Firma auf die Erfolgsspur zu bringen.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine harmonische Weihnachtszeit, ein anregendes Miteinander und einen großartigen Rutsch in ein wundervolles neues Jahr,

Ihre Regina Först

Kleider machen nicht nur Leute – sie können auch unsere Karrierechancen beeinflussen. Warum es für unser berufliches Fortkommen wichtig ist, wie wir uns anziehen und welche Farben wir tragen.

„Unser Äußeres spiegelt unser Inneres.“

Unser Äußeres spiegelt unser Inneres: Wie wir alle wissen, schätzt man einen neuen, noch unbekannten Menschen innerhalb kürzester Zeit ein. Der berühmte erste Eindruck dauert zwischen 150 Millisekunden bis anderthalb Minuten. In dieser Zeit macht unser Hirn einen Blitz-Scan von Alter, Geschlecht, Attraktivität, Geruch, Körpersprache, Stimme und Redeweise unseres Gegenübers. Die Auswertung dieser Wahrnehmungen entscheidet über Zu- oder Abneigung – aber auch die Farbe der Kleidung hat eine starke Auswirkung auf unsere Meinung. Denn: Farben wirken übers Unbewusstsein. Unser Instinkt sortiert sie in bestimmte Schubladen, ohne dass wir dies rational beeinflussen könnten:

Die Farbe Pink als Kleidungsfarbe empfinden viele Menschen zum Beispiel als „billig“, „ordinär“ oder sogar „prollig“ – die rosa Polohemd-Träger auf Sylt mal ausgenommen. Eine in Knallpink gekleidete Person wird überdurchschnittlich oft als „dümmlich“ eingestuft.

Schwarz hingegen wirkt seriös, elegant und intelligent. Vermutlich gelten deshalb das „kleine Schwarze“ für Frauen und der dunkle Rolli bei Männern als „Klassiker“. Schwarz strahlt Seriosität und Selbstsicherheit aus.

In Tarn-Beige wird man garantiert übersehen, denn Schlammfarben machen den Träger fast immer blass und ausdruckslos, wirken langweilig und öde und werden deshalb gerne von Menschen getragen, die nicht auffallen wollen.

Als anerkannte Farb-Beraterin und -Analystin habe ich dem Thema „Farben“ in meinem Buch „Ausstrahlung – Wie ich mein Charisma entfalte“ ein 30seitiges Kapitel gewidmet, in dem ich eingehend darauf eingehe, wie sehr Farben unsere Wahrnehmung – und damit unsere Ausstrahlung beeinflussen.

Farbe geht uns „unter die Haut“, sind ein lautloses Kommunikationsmittel. Farben haben eine direkte Wirkung auf Stimmung, Herzfrequenz und Hormonproduktion. Sie greifen direkt in biochemische und biophysikalische Prozesse des menschlichen Körpers ein und beeinflussen unsere Psyche genauso wie unsere Organfunktionen.

„Farbe geht uns „unter die Haut“, sind ein lautloses Kommunikationsmittel.“

Dennoch gibt es keine „guten“ oder „schlechten“ Farben – es gibt nur die Frage: Wie wollen Sie wirken?

Schwarz, Blau, Weiß und Grün zum Beispiel, sind die Kleidungs-Farben, die man am meisten mit Ernsthaftigkeit und Intelligenz verbindet.

Wollen Sie eine Gehaltserhöhung erreichen, sollten Sie Ihrem Chef in einem dunklem Outfit, kombiniert mit einem hellen Oberteil gegenüber sitzen.

Helle Farben signalisieren Nähe und wirken einladend, Pastelltöne vermitteln Wärme und Offenheit – dunkle Farben schaffen dagegen Distanz. Blau wirkt beruhigend. Und obwohl Rot eine Signalfarbe ist, die auch aggressiv wirken kann (siehe die Wirkung auf Stiere in der Stierkampfarena), scheint Rot das neue Schwarz zu werden: Laut einer Studie, die die Universitäten Liverpool und Prag im Jahr 2010 durchgeführt haben, wird rote Kleidung mit hoher Attraktivität und starkem Selbstbewusstsein verbunden.

Eine positive Ausstrahlung hängt mindestens zu 30 Prozent von einer harmonischen Optik ab. Auch wenn die Ausstrahlung noch so sympathisch, schillernd und faszinierend ist – es ist nicht egal, was wir tragen, wie wir gekleidet sind, denn das menschliche Gehirn hat ein immens starkes Bedürfnis nach optischer Harmonie. Wenn jemand stimmig gekleidet ist, schließt unser Gehirn daraus, dass auch der Inhalt stimmt. Wer sich stimmig anzieht, wird positiv wahrgenommen. Wird die Kleidung dagegen als unstimmig wahrgenommen, wird das Gegenüber unbewusst misstrauisch, fragt eher noch mal nach, guckt noch mal hin.

„Es ist nicht egal, wie wir gekleidet sind, denn das Gehirn hat ein starkes Bedürfnis nach optischer Harmonie.“

Farben sollten Ihren Typ individuell unterstreichen. Wer farblich harmonisch gestylt ist, dem traut man auch innere „Aufgeräumtheit“ und Klarheit zu. Pep Guardiola und Jogi Löw sind gute Beispiele dafür, wie Sieger-Ausstrahlung durch ein perfektes Styling auch optisch noch unterstrichen werden kann. Ihre Outfits setzen ihre berufliche Qualifikation in einen wertigen Rahmen und schaffen dadurch einen extrem hochwertigen Gesamt-Eindruck.

Ein guter Impuls, herauszufinden, welche Farben Ihre Persönlichkeit am stimmigsten wiedergeben. Ich helfe Ihnen gerne dabei.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schillerndes Wochenende,

Ihre Regina Först

„Farbe drückt aus sich selbst heraus etwas aus, davon muss man Gebrauch machen.“
(Vincent van Gogh)

Hand aufs Herz: Sind Sie schon sportlicher geworden, weil die Sportasche seit Monaten auf der Rückbank Ihres Autos liegt? Fühlen Sie sich gesünder, weil Sie jede Menge vegane Lebensmittel im Kühlschrank haben, die Sie dann aber doch nicht essen? Sind Sie klüger, weil sich neben Ihrem Bett bergeweise ungelesene schlaue Schmöker stapeln?

Erwischt? Keine Sorge, Sie sind nicht allein: Auch mir geht es so – und den anderen 80 Millionen Deutschen vermutlich größtenteils auch. Gute Vorsätze sind toll und ehrenwert – unbestritten, doch leider nützten die besten Vorsätze nichts, wenn man nicht in die Puschen kommt. Wie wäre es deshalb, einfach mal damit aufzuhören, sich Dinge vorzunehmen, die man am Ende doch nicht in die Umsetzung bekommt? Denn solche „Rohrkrepierer“ frustrieren mehr als dass sie motivieren, es von nun ab aber wirklich anders zu machen.

„Einfach mal damit aufhören, sich Dinge vorzunehmen, die man doch nicht umsetzt.“

Die eingeschliffenen Gewohnheiten, die Spuren, in denen unser Alltag verläuft, sind wesentlich eingefahrener und hartnäckiger als wir denken. Und wenn man seine hehren Ziele über Jahre hinweg immer wieder doch nicht umsetzt, glaubt man womöglich, dass man sowieso nie etwas durchhält. Grundsätzlich und endgültig. Und das wäre fatal! Und falsch, denn: Wie alles im Leben ist auch die Realisation guter Vorsätze eine Frage des „Wie“.

„Wie alles im Leben ist auch die Realisation guter Vorsätze eine Frage des „Wie“.“

Extrem hilfreich ist es zum Beispiel, sich eine Zeit lang selbst zu beobachten und all die kleinen „Leistungen“ zu registrieren, die wir täglich durchhalten: Wir putzen uns jeden Tag diszipliniert die Zähne, stehen in der Regel zu einer Zeit auf, die uns nicht liegt, gehen arbeiten, einkaufen, versorgen unsere Kinder. Wichtig ist, sich bewusst zu machen, dass Sie – aufgrund all dieser kleinen „innerer Schweinehund“-Überwindungen offenbar sehr wohl in der Lage sind, Vorhaben auf lange Zeit durchzuhalten.

„Machen Sie sich bewusst, dass Sie offenbar sehr wohl in der Lage sind, Vorhaben auf lange Zeit durchzuhalten.“

Sobald Sie sich dies klar gemacht und sich dafür auf die eigene Schulter geklopft haben, sind Sie reif für den nächsten Schritt: Nehmen Sie sich irgendein kleines Ziel vor (jeden Abend einmal um den Block laufen, morgens nur ein Brötchen statt zwei essen) – und tun Sie es einfach! Ziehen Sie es durch! Und zwar mindestens drei Wochen lang und ohne inneren Endlosdialog. Einfach machen und gut. Ein Profi-Sportler trainiert auch jeden Tag einige Stunden ohne lange darüber nachzudenken – und Musiker proben stundenlang auf ihren Instrumenten, ohne sich damit zu quälen, dass sie eigentlich lieber Eis essen gegen würden.

In zahlreichen Studien haben Wissenschaftler herausgefunden, dass das menschliche Gehirn 21 Tage braucht, sich von alten Mustern zu lösen und sich auf neue Strukturen oder Abläufe umzuprogrammieren. Wären Sie ein Handy, wären die 21 Tage sozusagen der „reset“ und Ihr Vorhaben das neue Programm.

„Gehirn: 21 Tage, sich von alten Mustern zu lösen & auf neue Strukturen/Abläufe umzuprogrammieren.“

Lohn der Mühe: Es macht stolz und ist ein ganz herrliches Gefühl, wieder zu wissen, dass Sie sich auf sich verlassen können.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein „diszipliniertes“ Wochenende,

Ihre Regina Först

„Leben heißt handeln.“

Albert Camus

Neulich saßen wir am späten Nachmittag in der herrlich warmen Herbstsonne im Straßencafé. Neben uns hatte es sich eine Clique junger Menschen gemütlich gemacht und unterhielt sich angeregt über ihre Jobs. Irgendwann kam ein etwa 30jähriger Typ im Anzug dazu und sagte: „Sorry für die Verspätung, ich hatte noch ein Termin beim Chef“.

Wie auf Kommando gab jeder sein Kommentar dazu, bevor er überhaupt saß:: „Arme Socke, jetzt bist du sicher total fertig“, sagte einer. „Und? Hat er dich wieder lang gemacht“, fragte ein anderer. „Oh je, ich bin da heute grad noch mal drum rum gekommen“ und so ging es munter weiter. Für die Clique war offenbar vollkommen klar, dass der Termin beim Chef furchtbar gewesen sein musste.

Gut, vielleicht kannten sie den Chef und den Grund des Termins, aber es hat mich trotzdem schockiert, das ein Termin beim Vorgesetzten automatisch zum Frust führt, also etwas Negatives ist. Wie schön wäre es gewesen, wenn die Kommentare wie folgt ausgefallen wären: „Wie schön, dass er sich extra Zeit für dich genommen hat!“ Oder: „Hast du dir wieder eine Extraportion Lob abgeholt, neue Aufgaben zugetraut bekommen?“

Auf der einen Seite ist bei vielen Führungskräften zum Thema Sozialkompetenzen sicher noch viel Luft nach oben. Das ist der Grund warum ich den Führerschein für Führungskräfte entwickelt habe.

Auf der anderen Seite hat es logischerweise auch viel mit der persönlichen Wahrnehmung zu tun. Und daran kann jeder sofort etwas ändern. Keiner zwingt uns zu denken, was wir denken, oder?

Warum machen wir uns und andere mit negative Vermutungen und Spekulationen nieder, statt positiv zu denken, das Beste anzunehmen und uns dadurch aufzubauen?

„Warum machen wir uns mit negativen Spekulationen nieder, statt das Beste anzunehmen und uns dadurch aufzubauen?“

Das bedeutet natürlich nicht, zwanghaft mit blödsinnigen positiven Affirmationen um sich zu schmeißen, aber ab und an etwas Psycho-Hygiene zu betreiben und die eigenen negativen Denkmuster zu entstauben, ist sicherlich keine schlechte Idee. Denn in fast jeder Situation besteht theoretisch eine 50:50-Chance: Sachen können blöd laufen – aber sie können genauso gut auch ganz wunderbar werden. Warum sich also nicht lieber auf ein Happy End konzentrieren, als von Anfang an den Untergang zu prophezeien?

„Ab und an etwas Psycho-Hygiene betreiben und die eigenen negativen Denkmuster entstauben!“

Die Kraft der Gedanken ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen. Wir ziehen an, was wir denken und ausstrahlen. Negativität hat also tatsächlich negative Ereignisse zur Folge – und umgekehrt.

Höchste Zeit also, sich selbst und anderen eine glorreiches Zukunft und ein wundervolles Leben zu visualisieren.

Dazu möchte ich Ihnen eine kleine Geschichte erzählen: Ein Mann warf jede Woche seinen Gartenmüll über den Zaun zum Nachbarn. Woche für Woche immer das gleiche Spiel. Eines Tages flog eine Schachtel Pralinen auf seine Seite zurück. Darauf klebte ein Zettel mit den Worten: „Jeder gibt das, was er hat.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen exorbitant tollen, pralinenvollen und glücksprallen Oktober,
Ihre Regina Först

„Hätte er doch bloß besser auf sich aufgepasst“, dachte ich unwillkürlich, als ich vor ein paar Tagen vom Kreislauf-Kollaps des BMW-Chefs Harald Krüger auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt erfuhr. Vor laufenden Kameras war der Top-Manager in sich zusammengesackt und musste anschließend, links und rechts von Helfern gestützt, von der Bühne geführt werden.

Krüger, der erst seit dem 13. Mai dieses Jahres im Amt ist, wollte sich um jeden Preis als kompetent und geeignet beweisen, heißt es. Beweisen, dass er die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt, dass er tough, leidens- und leistungsfähig ist. Schön und gut. Mit seinem „Fall“ hat er jedoch etwas ganz anderes bewiesen: Nämlich, dass er offenbar nicht besonders gut auf sich selbst, bzw. auf seine Gesundheit acht geben kann.

„Gilt Achtsamkeit für die eigenen Ressourcen tatsächlich als Schwäche?“

Fakt ist: Auf den Top-Managern des Landes lastet ein ungeheurer Leistungsdruck. Sie tragen extrem viel Verantwortung, sind enormen körperlichen und seelischen Belastungen ausgesetzt, da sie in der Regel über Tausende von Mitarbeitern entscheiden, dauernd um die Welt fliegen und die Geschicke der Unternehmen lenken sollen. Doch wie kommen Konzerne zu der Ansicht, ihre Top-Führungskräfte bräuchten für diesen „Knochenjob“ weder Schlaf noch Essen? Was wird sich da gegenseitig im immer härter werdenden High-End-Business bewiesen? Gilt Achtsamkeit für die eigenen Ressourcen tatsächlich als Schwäche?

Menschen sind keine Maschinen! Sind keine Super-Computer, die nie Schlaf oder Erholungspausen brauchen. Wenn Manager zwar Welt-Konzerne managen, aber nicht mehr den eigenen Körper, die eigene Gesundheit, dann läuft – wie Krügers Zusammenbruch deutlich bewiesen hat – etwas schief.

Eine Befragung der Max Grundig Klinik unter 1000 Führungskräften ergab kürzlich, dass 70 Prozent der Führungskräfte ihren eigenen Gesundheitszustand als „sehr gut“ oder „gut“ bewerteten, 61 Prozent von ihnen aber zeitgleich zugab, stark unter Druck zu stehen und weder ausreichend noch gut schlafen zu können.

Würden Top-Manager wie Krüger zugeben dürfen, dass sie erholungsbedürftig sind, eine Auszeit brauchen – oder zumindest eine Mütze Schlaf – , dann hätte es nicht zu diesem Warnschuss des eigenen Körpers vor laufenden Kameras und bei Blitzlichtgewitter kommen müssen.

„Sich selbst zu fordern, herauszufordern ist okay – sich zu überfordern ist es nicht.“

Sich selbst zu fordern, herauszufordern ist okay – sich zu überfordern ist es nicht. Denn wer seinen Tank regelmäßig bis auf den letzten Tropfen leer fährt, riskiert auf Dauer einen Motorschaden. Gleiches gilt für den menschlichen Körper: Es ist doch vollkommen klar, dass ein ständig überlasteter Organismus irgendwann kollabiert.

Warum also müssen Top-Manager so tun, als wären sie übermenschlich? Wäre „Menschlichkeit“ und damit „Greifbarkeit“ nicht sogar wohltuend, entlastend und solidarisierend für Mitarbeiter und Mitmenschen?

Ich finde, Management sollte bei einem guten Selbst-Management beginnen. Denn nur wer sich selbst helfen und führen kann, kann auch andere führen. Nicht umsonst wird in Flugzeugen stets eindringlich darauf gedrängt, sich im Notfall zunächst selbst die Sauerstoffmaske aufzusetzen und erst dann den Mit-Passagieren zu helfen.

„Management sollte bei einem guten Selbst-Management beginnen.“

Führungskräfte sollten auch in Punkto Gesundheitsbewusstsein ein Vorbild sein. Eigenverantwortung ist der beste Beweis für die Fähigkeit zur Verantwortung großer geschäftlicher Aufgaben. Ressourcen-orientiertes Vorgehen lautet dabei das Zauberwort. Es ist unerlässlich wichtig, Erholungspausen, Urlaub oder Entspannungsphasen in den Arbeitsalltag zu integrieren, um wieder aufzutanken.

„Nicht nur der Körper – auch die Seele muss sich regelmäßig regenerieren.“

In Bezug auf die körperliche Gesundheit, haben mittlerweile etliche Unternehmen diese Dringlichkeit erkannt und schicken ihre Führungskräfte zum regelmäßigen Check up in teure Privatkliniken. Doch mit der Physis alleine ist es meiner Meinung nach nicht getan: Nicht nur der Körper – auch die Seele muss sich regelmäßig regenerieren.

„Burn on statt Burn out!“

Was macht eine gute Work-Life-Work-Balance aus? In meinen Vorträgen, Trainings, Coachings und Seminaren kläre ich über die wichtigsten Faktoren eines klugen Energiemanagements auf und zeige, wie man sie gezielt einsetzt. Stichwort: „Burn on statt Burn out!“ Ich verrate Ihnen, warum und wie ein guter Blick auf sich selbst vorm Ausbrennen schützt. Denn wer sich selbst wieder spürt, kann seine innere Begeisterung neu leben, umfassender kreativ sein und auch andere inspirieren.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein erholsames Wochenende,

Ihre Regina Först

N. E. I. N. – warum kommen uns diese vier Buchstaben so schwer über die Lippen? „Nein, das möchte ich nicht“, „Nein, das finde ich nicht gut“, „Nein, das ist so nicht richtig“ – gerade Frauen fällt es schwer, eine klare Position zu beziehen und dadurch eventuell Disharmonie zu verursachen. Kein Wunder, sind uns doch unser Leben lang hohe soziale Kompetenz und Empathie-Vermögen als urweibliche Eigenschaften eingetrichtert worden. Immer nett, lieb, bescheiden und verständnisvoll sein. Lieber mal einen Schritt zurücktreten als einen Konflikt herauf zu beschwören, der guten kollegialen Arbeitsatmosphäre Priorität einräumen, statt die Ellenbogen einzusetzen, die Frauen nachweislich ja auch besitzen.

In sozialen, medizinischen oder psychologischen Berufen mag Empathie-Fähigkeit und Nettigkeit ja noch als Plus gelten – in der freien Marktwirtschaft hingegen sind diese Goodies karrieretechnisch ziemlich kontraproduktiv. Denn wer ausschließlich nett ist, den nimmt niemand ernst. Harmoniesucht wird in der Regel mit schwachem Selbstbewusstsein gleichgesetzt. Wer führen will, muss sich durchsetzen können, auch wenn es unbequem ist.

„Wer führen will, muss sich durchsetzen können, auch wenn es unbequem ist.“

Ein Nein schafft oft Klarheit, zeigt Stärke – und ist oftmals ein vollständiger Satz, der nicht noch langwierig erklärt oder relativiert werden muss. Eine ehrliche Antwort ist für unser Gegenüber immer auch ein Geschenk und ein Vertrauensbeweis.

Wie immer ist ein „gutes“ Nein auch eine Frage des Tonfalls: Charmant und mit klarer Stimme hervorgebracht, wird es weder als zickig noch als schroff verstanden werden. So klingt es nur dann, wenn man zu oft „ja“ gesagt hat, sich Frust angestaut hat und man dann irgendwann einfach platzt.

Deshalb nehmen Sie doch mal, egal ob männlicher „Softie“ oder weibliches „Weichei“, all Ihren Mut zusammen und sagen Sie guten Gewissens „Nein“ zu dem Kollegen, der Ihnen schon wieder seine Arbeit aufhalsen will, weil er angeblich noch einen Arzttermin hat. Sagen Sie „Nein“ zu Ihrem Team-Kollegen, der vor dem Chef mal wieder mit Ihren Ideen glänzen will.

Sagen Sie stattdessen „Ja“ zu sich selbst. Stehen Sie für sich ein, zeigen Sie, was Sie können und halten Sie sich nicht mehr zugunsten anderer zurück. Denn wer sich selbst klein macht, der wird nie eine große Aufgaben übertragen kriegen – und auch seine eigene Größe nicht leben.

„wer sich selbst klein macht, der wird nie eine große Aufgaben übertragen kriegen – und auch seine eigene Größe nicht leben.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen durchsetzungsstarken August,

Ihre Regina Först

„Im Nein achte ich mein Sein“

„Ich habe es satt, immer nur über meine inneren Werte definiert zu werden!“
(Barbara Schöneberger)

Eine weibliche Topführungskraft wurde von ihrer Firma zu mir geschickt, weil sie sich „so unstimmig kleide und im Team nicht das Standing hat, dass ihr fachlich zustehen müsste“. Vor mir stand eine bildschöne Frau, die tatsächlich unvorteilhaft angezogen war: Tarnbeige, die Farbe, die garantiert, überall übersehen zu werden, bildete den Grundton – der aseptische, figur-verbergende Schnitt ihres konservativen Kostüms komplettierte den altmodischen, angestaubten Gesamteindruck.

Darauf angesprochen, begründete die Frau ihren Kleidungsstil damit, dass sie nicht als „Tussi“ wahrgenommen werden wolle. Sie war der Überzeugung, dass sie ernster genommen wird, wenn sie sich weniger weiblich zeigt.  Ihre Taktik war also, mit dem Wegfall äußerer Reize den Blick auf ihr fachliches Können zu erzwingen. Außer Acht gelassen hatte sie dabei allerdings die Tatsache, dass die inneren Werte niemanden interessieren, wenn die äußere Hülle nicht zur inneren Haltung und Typ passt. Denn der erste Eindruck, den man von einem Menschen bekommt, bezieht sich nun zuerst einmal immer auf die äußere Erscheinung – auf was auch sonst? Man kennt das Gegenüber noch gar nicht, und eventuelle innere Schätze werden auch nicht als Leuchtreklame auf der Stirn angezeigt.

„Wie verkaufe ich mich, ohne mich zu verkaufen?“ – das war die Grundfrage der Problematik. Beim Essen isst das Auge mit, sagt man doch – im Business ist es genauso: Hochwertige Pralinen werden durch eine edle Verpackung eindeutig aufgewertet – ein qualifizierter Mitarbeiter wird durch ein attraktives, zur Person und Position passendes  Erscheinungsbild noch stimmiger wahrgenommen. Mein Ziel war also, ein harmonisches Gesamtbild zu schaffen – ohne zu übertreiben. Dass das geht und ziemlich gut aussieht, beweisen Jogi Löw oder Pep Guardiola täglich in den Fußball-Stadien dieser Welt.

Die Alternative ist nicht jetzt super aufreizend ins Büro zu gehen. Vielmehr geht es um die Stimmigkeit und den authentischen Auftritt. Der Satz:“ Wer schön ist, braucht nicht klug zu sein“ hat Generationen geprägt, und hat aus meiner Sicht noch nie gestimmt. Also hört auf damit. Was spricht dagegen, wenn eine Frau auch aussieht wie eine Frau?

Barabara Schönberger hat es aus meiner Sicht hervorragend auf den Punkt gebracht, als sie auf die Frage, warum sie sich stets so körperbetont und weiblich kleide, antwortete: „Ich habe es satt, immer nur über meine inneren Werte definiert zu werden!“. Frau Schöneberger hat, wie so oft, vollkommen Recht: Was spricht dagegen, innerlich UND äußerlich attraktiv zu sein und aus einem „entweder oder“ ein „sowohl als auch“ zu machen? Die äußere Hülle also der beruflichen Qualifikation anzupassen?

„Was spricht dagegen, innerlich UND äußerlich attraktiv zu sein? „

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein möglichst „stylishes“ Wochenende,

Ihre Regina Först

Die wissenschaftliche Studie „regretting motherhood“ der Universität Tel Aviv, die seit ein paar Wochen kontrovers in den Medien diskutiert wird, hat mich zum Nachdenken gebracht: Erstmals war es Frauen in dieser Studie gestattet, ihre Mutterschaft öffentlich zu bereuen. Eine Einstellung, die absolut nicht meiner eigenen entspricht – dennoch finde ich den Tabu-Bruch wichtig: Den Mut zu haben, zu sagen, dass man mit etwas unzufrieden ist, obwohl die gesellschaftlichen oder moralischen Dogmen dies eigentlich nicht gestatten. …weiterlesen

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Arme Eltern: Zu Beginn des neuen Schuljahres brachte die „Bild am Sonntag“ ganzseitig die „10 besten Tipps, wie Sie Elternabende überleben“. Auf der Gegenseite steht der Beruf des Lehrers im Burn Out Ranking seit Jahren ganz oben – und viele Schüler gehen mittlerweile lieber zum Zahnarzt, als in den Unterricht. …weiterlesen