“Ich habe es satt, immer nur über meine inneren Werte definiert zu werden!”
(Barbara Schöneberger)

Eine weibliche Topführungskraft wurde von ihrer Firma zu mir geschickt, weil sie sich „so unstimmig kleide und im Team nicht das Standing hat, dass ihr fachlich zustehen müsste“. Vor mir stand eine bildschöne Frau, die tatsächlich unvorteilhaft angezogen war: Tarnbeige, die Farbe, die garantiert, überall übersehen zu werden, bildete den Grundton – der aseptische, figur-verbergende Schnitt ihres konservativen Kostüms komplettierte den altmodischen, angestaubten Gesamteindruck.

Darauf angesprochen, begründete die Frau ihren Kleidungsstil damit, dass sie nicht als „Tussi“ wahrgenommen werden wolle. Sie war der Überzeugung, dass sie ernster genommen wird, wenn sie sich weniger weiblich zeigt.  Ihre Taktik war also, mit dem Wegfall äußerer Reize den Blick auf ihr fachliches Können zu erzwingen. Außer Acht gelassen hatte sie dabei allerdings die Tatsache, dass die inneren Werte niemanden interessieren, wenn die äußere Hülle nicht zur inneren Haltung und Typ passt. Denn der erste Eindruck, den man von einem Menschen bekommt, bezieht sich nun zuerst einmal immer auf die äußere Erscheinung – auf was auch sonst? Man kennt das Gegenüber noch gar nicht, und eventuelle innere Schätze werden auch nicht als Leuchtreklame auf der Stirn angezeigt.

„Wie verkaufe ich mich, ohne mich zu verkaufen?“ – das war die Grundfrage der Problematik. Beim Essen isst das Auge mit, sagt man doch – im Business ist es genauso: Hochwertige Pralinen werden durch eine edle Verpackung eindeutig aufgewertet – ein qualifizierter Mitarbeiter wird durch ein attraktives, zur Person und Position passendes  Erscheinungsbild noch stimmiger wahrgenommen. Mein Ziel war also, ein harmonisches Gesamtbild zu schaffen – ohne zu übertreiben. Dass das geht und ziemlich gut aussieht, beweisen Jogi Löw oder Pep Guardiola täglich in den Fußball-Stadien dieser Welt.

Die Alternative ist nicht jetzt super aufreizend ins Büro zu gehen. Vielmehr geht es um die Stimmigkeit und den authentischen Auftritt. Der Satz:“ Wer schön ist, braucht nicht klug zu sein“ hat Generationen geprägt, und hat aus meiner Sicht noch nie gestimmt. Also hört auf damit. Was spricht dagegen, wenn eine Frau auch aussieht wie eine Frau?

Barabara Schönberger hat es aus meiner Sicht hervorragend auf den Punkt gebracht, als sie auf die Frage, warum sie sich stets so körperbetont und weiblich kleide, antwortete: „Ich habe es satt, immer nur über meine inneren Werte definiert zu werden!”. Frau Schöneberger hat, wie so oft, vollkommen Recht: Was spricht dagegen, innerlich UND äußerlich attraktiv zu sein und aus einem „entweder oder“ ein „sowohl als auch“ zu machen? Die äußere Hülle also der beruflichen Qualifikation anzupassen?

Was spricht dagegen, innerlich UND äußerlich attraktiv zu sein? Klick um zu Tweeten

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein möglichst „stylishes“ Wochenende,

Ihre Regina Först