Jedes Jahr im Dezember droht der gleiche Alptraum: Die Firmen-Weihnachtsfeier! Alkoholisierte Kollegen, rotwangige Chefs, entlarvende Fotos, zu viel Glühwein, zu wenig Feingefühl. Geheuchel, Gelaber, Geheule.

Die Chefs erwarten Dankbarkeit, die Mitarbeiter fragen sich, wie sie den Abend unbeschadet überstehen sollen. Klick um zu Tweeten

Die Chefs erwarten Dankbarkeit, die Mitarbeiter fragen sich, wie sie den Abend unbeschadet überstehen sollen. Denn das scheint nicht ganz einfach zu sein: Laut neuesten Erhebungen kündigen neun Prozent aller deutschen Arbeitnehmer auf der Weihnachtfeier spontan ihren Job, 25 Prozent haben dank beeindruckender Promille-Werte endlich den Mut, vom Chef eine Gehaltserhöhung zu fordern, ein Drittel gerät in Handgreiflichkeiten und fast alle haben die Hoffnung auf Sex – mit wem auch immer.

In die Topfpflanze pinkeln, peinlich tanzen und dabei gefilmt werden, lallend Firmen-Geheimnisse ausplaudern, über das desaströse eigene Privatleben in Tränen ausbrechen – Weihnachtsfeier-Alltag. Vielen Mitarbeitern graust vor dem unvermeidlichen Spektakel, dabei könnte alles auch ganz anders sein: Ursprünglich waren Weihnachtsfeiern als harmonischer Abschluss eines gemeinsamen Arbeitsjahres gedacht. Der Lohn der Mühe, verdientes Vergnügen nach 12 Monaten Arbeit.

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Die Tatsache, dass zu diesem „Jour Fixe“ mal alle Mitarbeiter, jenseits ihrer festgelegten Positionen im Arbeitsalltag, an einem Tisch sitzen, ist (theoretisch!) eine hervorragende Gelegenheit, den Teamgeist zu fördern und das Miteinander zu verpositivieren. Zu keiner Zeit sonst lassen so viele Mitarbeiter (im Alkoholrausch) ihre Masken fallen und bieten so die Möglichkeit, sich wirklich mal kennen zu lernen, Empathie und Solidarität miteinander zu entwickeln. Denn egal ob Kollege Müller im Schaumwein-Rausch mit der Zimmerpalme Tango tanzt oder Kollegin Meier selbstmitleidig in ihre Handtasche schluchzt: Solcherlei Entgleisungen beweisen, dass wir alle menschlich sind – und alle Menschen im Grunde gleich. Auch wenn im Job Ellenbogen und Ehrgeiz dominieren: Im Grunde wollen alle dasselbe: Liebe, Aufmerksamkeit und Anerkennung!

Die Möglichkeit, sich wirklich mal kennen zu lernen, Empathie und Solidarität miteinander zu entwickeln. Klick um zu Tweeten

„Du kannst Dinge tun, die ich nicht tun kann. Ich kann Dinge tun, die du nicht tun kannst. Zusammen können wir große Dinge tun.“ Würden die Worte der weisen Mutter Theresa Eingang finden, könnten Mitarbeiter ein ganz neues Miteinander erleben.

Sie könnten sich solidarisieren, statt sich zu isolieren, sich zusammen tun, statt gegeneinander zu kämpfen. Das würde die nächste Weihnachtsfeier sicherlich großzügiger ausfallen lassen, denn Teamwork ist nach wie vor das A und O, um eine Firma auf die Erfolgsspur zu bringen.

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In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine harmonische Weihnachtszeit, ein anregendes Miteinander und einen großartigen Rutsch in ein wundervolles neues Jahr,

Ihre Regina Först