Hand aufs Herz: Sind Sie schon sportlicher geworden, weil die Sportasche seit Monaten auf der Rückbank Ihres Autos liegt? Fühlen Sie sich gesünder, weil Sie jede Menge vegane Lebensmittel im Kühlschrank haben, die Sie dann aber doch nicht essen? Sind Sie klüger, weil sich neben Ihrem Bett bergeweise ungelesene schlaue Schmöker stapeln?

Erwischt? Keine Sorge, Sie sind nicht allein: Auch mir geht es so – und den anderen 80 Millionen Deutschen vermutlich größtenteils auch. Gute Vorsätze sind toll und ehrenwert – unbestritten, doch leider nützten die besten Vorsätze nichts, wenn man nicht in die Puschen kommt. Wie wäre es deshalb, einfach mal damit aufzuhören, sich Dinge vorzunehmen, die man am Ende doch nicht in die Umsetzung bekommt? Denn solche „Rohrkrepierer“ frustrieren mehr als dass sie motivieren, es von nun ab aber wirklich anders zu machen.

Einfach mal damit aufhören, sich Dinge vorzunehmen, die man doch nicht umsetzt. Klick um zu Tweeten

Die eingeschliffenen Gewohnheiten, die Spuren, in denen unser Alltag verläuft, sind wesentlich eingefahrener und hartnäckiger als wir denken. Und wenn man seine hehren Ziele über Jahre hinweg immer wieder doch nicht umsetzt, glaubt man womöglich, dass man sowieso nie etwas durchhält. Grundsätzlich und endgültig. Und das wäre fatal! Und falsch, denn: Wie alles im Leben ist auch die Realisation guter Vorsätze eine Frage des „Wie“.

Wie alles im Leben ist auch die Realisation guter Vorsätze eine Frage des „Wie“. Klick um zu Tweeten

Extrem hilfreich ist es zum Beispiel, sich eine Zeit lang selbst zu beobachten und all die kleinen „Leistungen“ zu registrieren, die wir täglich durchhalten: Wir putzen uns jeden Tag diszipliniert die Zähne, stehen in der Regel zu einer Zeit auf, die uns nicht liegt, gehen arbeiten, einkaufen, versorgen unsere Kinder. Wichtig ist, sich bewusst zu machen, dass Sie – aufgrund all dieser kleinen „innerer Schweinehund“-Überwindungen offenbar sehr wohl in der Lage sind, Vorhaben auf lange Zeit durchzuhalten.

Machen Sie sich bewusst, dass Sie offenbar sehr wohl in der Lage sind, Vorhaben auf lange Zeit durchzuhalten. Klick um zu Tweeten

Sobald Sie sich dies klar gemacht und sich dafür auf die eigene Schulter geklopft haben, sind Sie reif für den nächsten Schritt: Nehmen Sie sich irgendein kleines Ziel vor (jeden Abend einmal um den Block laufen, morgens nur ein Brötchen statt zwei essen) – und tun Sie es einfach! Ziehen Sie es durch! Und zwar mindestens drei Wochen lang und ohne inneren Endlosdialog. Einfach machen und gut. Ein Profi-Sportler trainiert auch jeden Tag einige Stunden ohne lange darüber nachzudenken – und Musiker proben stundenlang auf ihren Instrumenten, ohne sich damit zu quälen, dass sie eigentlich lieber Eis essen gegen würden.

In zahlreichen Studien haben Wissenschaftler herausgefunden, dass das menschliche Gehirn 21 Tage braucht, sich von alten Mustern zu lösen und sich auf neue Strukturen oder Abläufe umzuprogrammieren. Wären Sie ein Handy, wären die 21 Tage sozusagen der „reset“ und Ihr Vorhaben das neue Programm.

Gehirn: 21 Tage, sich von alten Mustern zu lösen & auf neue Strukturen/Abläufe umzuprogrammieren. Klick um zu Tweeten

Lohn der Mühe: Es macht stolz und ist ein ganz herrliches Gefühl, wieder zu wissen, dass Sie sich auf sich verlassen können.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein „diszipliniertes“ Wochenende,

Ihre Regina Först

„Leben heißt handeln.“

Albert Camus