„Zweifel ist Sand im Getriebe des Glücks“ heißt es. „Hätte ich?“, „Sollte ich nicht?“, „War das auch richtig so?“ – wer kennt sie nicht, die Lieblingssätze des kleinen Zweifel-Teufels in unserem Kopf. Und schon geht sie los, die Gedankenspirale, die unermüdlich eine soeben getroffene Entscheidung hinterfragt.

Dabei ist im Grunde alles ganz einfach: In Bruchteilen von Sekunden weiß man, ob man jemand mag, hat die Forschung herausgefunden. Ich wage die These, dass man in ebenso kurzer Zeit weiß, ob etwas gut für einen ist – oder nicht. Danach schaltet sich der Verstand mit tausend Bedenken und Abwägungen ein.

Wäre es nicht schön, die ewig zeternde Gouvernante im Kopf, die dauernd ängstlich „Bist du sicher??“ schreit, mal auf lautlos zu schalten und zu versuchen, wieder intensiver und konzentrierter auf den ersten Impuls, das berühmte „Bauchgefühl“ zu hören – auch wenn es noch so unpraktisch, unlogisch oder verwirrend scheint?

Dazu empfehle ich eine Übung: Gehen Sie in ein Ihnen bislang noch unbekanntes Restaurant essen. Lassen Sie sich die Speisekarte geben und achten Sie darauf, bei welchem Gericht Ihr Herz das erste Mal höher schlägt – denn das ist das Gericht, das Sie bestellen sollten! Erst nach diesem ersten Überfliegen des Angebotes übernimmt der Verstand und sortiert nach Preis, Fettgehalt, Kalorienzahl, Nährwert usw. und zwingt Ihnen eine Vernunft-Entscheidung auf.

Und nun seien Sie mal „unvernünftig“, gehen Ihrem ersten Impuls nach – und bestellen das erste Gericht, das Ihnen auffiel. Ich bin gespannt zu hören, wie es Ihnen geschmeckt und ob es ein kleines Lächeln auf Ihr Gesicht gezaubert hat…

Wie wäre es, den Versuch auszuweiten und mal eine Woche/einen Monat lang zu probieren, in jeglicher Lebenssituation spontan zu sein?

Der größte Luxus im Leben ist es, Chancen zu verpassen Klick um zu Tweeten

„Der größte Luxus im Leben ist es, Chancen zu verpassen“, heißt es. Und die verpasst man, in dem man Gelegenheiten aus rationalen Gründen ignoriert und nicht wahrnimmt. Dabei kann man den Jokern, die einem das Universum ab und an vor die Füße wirft, restlos vertrauen: Das Schicksal hat ein wesentlich besseres Navi für unser Leben als wir.

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Warum also nicht mal das Lenkrad ans Bauchgefühl übergeben?

Oder, um es plakativ auszudrücken: „Könnte, sollte, hätte, geh’n jetzt auf Toilette!“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein zweifellos überraschendes Wochenende,

Ihre Regina Först