„Glücklich im Job“ lautet die Titelgeschichte des aktuellen „Stern“. In dem 9–seitigen Artikel geht es um die Frage, wie Arbeitnehmer wieder mehr Spaß an ihrem Job finden können. Denn Spaß ist dringend nötig: Jeder vierte Arbeitnehmer hat, laut Stern, bereits innerlich gekündigt. 59 Millionen Krankmeldungen wegen psychischer Belastungen sprechen zudem eine deutlich Sprache. Fakt ist: Gesundheit, ein befriedigendes Beziehungs- oder Familienleben plus ein befriedigender Job bilden die Säulen eines glücklichen Lebens.

Nur auf dem Sofa hocken, Fernsehen und Chips essen, macht niemanden zufrieden. Das Gefühl, etwas Sinnvolles zu leisten, ist lebenswichtig. Doch: Der „Traumjob“ ist selten von Anfang an ein Traumjob. Laut Arbeitspsychologen hängt Erfüllung im Beruf weniger von der Tätigkeit, als viel mehr von der eigenen inneren Einstellung dazu ab. Der Mensch und sein Job müssen quasi eine Beziehung eingehen, die von Liebe und Begeisterung geprägt ist – und sei der Job noch so öde. Denn Glücks-Begabte schaffen es, selbst langweiligste Aufgaben als erlebnisreich zu empfinden.

Doch: Wann macht Arbeit Spaß –  und wann und warum wird sie zur Qual? „Für eine nachhaltige Arbeitsmotivation braucht man Hingabe, Aufstiegsmöglichkeiten und Autonomie. Egal, bei welcher Aufgabe“, sagt Stefan Diestel vom Leibniz Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund im „Stern“. Ein Beruf sollte eine Berufung sein. Das Honorar/Gehalt spielt dabei interessanterweise nur eine untergeordnete Rolle. Geld ist nicht der Motor es Glücks. Wirkliche Motivation entsteht aus Begeisterung, Teamgeist, hohen Anforderungen und einem großen Maß an individuellem Spielraum. Eigenverantwortlich, gleichberechtigt. Mitarbeiter wollen Gefordert und gefördert werden.

Höchste Zeit also für neue Führungs-Qualitäten! Chefs, die ihren Mitarbeitern Bestätigung und Zuwendung geben, erreichen ein starkes Zugehörigkeitsgefühl und auffällig weniger Krankmeldungen.

„Der Mensch macht den Unterschied!“ Schon lange propagiere ich meine „Ich-Du-Wir“-Formel, die nun auch wissenschaftlich untermauert wurde: Eine internationale IBM-Studie unter 1500 CEOs ergab, dass das kreative Potenzial der Mitarbeiter und Angestellten eines Unternehmens die Hauptressource bildet, um die künftigen, schwieriger gewordenen wirtschaftlichen Herausforderungen zu meistern:

Der erste Schritt zum erfolgreichen Wandel sind Führungskräfte, die authentisch und aus einer inneren Überzeugung heraus agieren. Voraussetzung hierfür ist die Fähigkeit zur Selbstreflexion über das eigene Führungsverhalten, eine klare innere Aufstellung und eine mitreissende unternehmerische Vision. Denn: Nur wer sich selbst führen kann, kann auch andere führen – nur wer selbst begeistert ist, kann andere begeistern! Ein starkes „Ich“ formt ein starkes „Du“ – und so wird aus Mitarbeitern ein charismatisches „Wir“.

Im Grund gilt die alte Musketier-Regel: Nur gemeinsam sind wir stark!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine „starke“ und glückliche Woche,

Ihre Regina Först

(Foto: Luziferian – Photography by Marco Bergner)