Die armen Montage – keiner mag sie! Über kaum einen anderen Tag der Woche wird so viel geflucht, sich geärgert oder gesungen. „It’s just another manic Monday, I wish it was Sunday“ hieß es in dem unvergessenen Hit der Bangles aus den 90ern – und auch Bob Geldof bekannte: „I don’t like Mondays!“

Ist es nicht schrecklich, jede Woche einen Tag seines Lebens nicht zu mögen, nur weil er den Beginn einer neuen Arbeitswoche darstellt? Moderatoren im Radio lassen den Montag Trauer tragen, feiern den Mittwoch als Bergfest und kündigen den Freitag als Erlösung an. „Es ist 16 Uhr, gleich habt ihr es geschafft“ – das hört sich so an, als würde ein Trainer seine Rudermannschaft zur Bewältigung der letzten drei Kilometer motivieren und impliziert Anstrengung, Mühe und absolute Spaß-Armut. Arbeit ist furchtbar, nur Mittel zum Zweck und man ist froh, wenn sie endlich vorbei ist.
Unglaublich was damit auch den Jugendlichen unbewusst suggeriert wird.

Ich erinnere mich noch gut, wie ich während meiner Lehre täglich darauf lauerte, dass es endlich sieben würde. Ich hoffte, die Zeit möge möglichst schnell vergehen, bis mir auffiel, wie sinnfrei das ist: Zu hoffen, die eigene, so kostbare und so köstliche Lebenszeit möge möglichst schnell vergehen!

„Quality time“ – als solche bezeichnet man den Feierabend, die arbeitsfreie Zeit. Aber sollte nicht das ganze Leben „Quality time“ sein? Auch der Beruf? Zahlreiche Untersuchungen haben ergeben: Wer mit Lust, Spaß und Leidenschaft arbeitet, der ist auch wirklich gut, kommt schneller voran, macht Karriere und verdient mehr. Angestellte, die Freude an ihrer Arbeit haben, wachsen in Punkto Produktivität und Einsatz über sich hinaus.

Wie können Sie mehr Spaß an Ihrer Arbeit haben? Welche kleinen Rädchen kann man eventuell drehen, damit Ihre Tätigkeit erfüllender und jeder Monday künftig ein Fun-Day wird?

Zeit ist Geld, hieß es früher. Der Satz ist falsch: Zeit ist unbezahlbar! Denn Zeit ist Leben – und das sollte möglichst schön und erfüllend sein.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein wunderbares Wochenende mit ganz viel Zeit,

Ihre Regina Först

Übung:

Nehmen Sie sich ein Maßband. Schneiden Sie die bisher gelebten Jahre ab. Schauen Sie dann wie hoch Ihre Lebenserwartung ist. Im Durchschnitt liegt es bei Männer um 77 und bei , Frauen um 82. Das schneiden Sie bitte auch ab und dann sehen Sie den Rest in ihrer Hand. Das ist Ihre theoretische Lebenszeit, die Ihnen noch zur Verfügung steht. Machen Sie was draus!