Es war ein Seminar, dessen Teilnehmerinnen mich zunächst etwas ratlos machten: Eine Frauengruppe der höchsten Führungsebene saß schick im Kostümchen vor mir und schaute mich erwartungsvoll an: Vernünftig, kopfig, emotionslos, rational. Das Lächeln, das ich Ihnen mühevoll entlockte, war so karg und reduziert, wie ihre diätischen Essensportionen. Die Sitzhaltung der Frauen war wie eingefroren, vermittelte aber genau dadurch eine spürbare Sehnfsucht, mal locker zu lassen.

Was tun? Wie würde ich diese Terminatorinnen aus ihren Ritterrüstungen bekommen? Wie könnte ich sie aus der Reserve locken? Schließlich fiel es mir ein:

Ich ordnete eine Busreise um 21 Uhr an, Dresscode: Bequeme Hosen und flache Schuhe.

Die Damen stiegen ziemlich befremdet in den Bus (etwas, das sie offenbar seit Jahren nicht mehr getan hatten) und wir fuhren vom Seminarhaus in ein Wohnviertel. Dort ließ ich die Damen aussteigen und sich in Dreier-Grüppchen formieren. Aufgabenstellung: Klingelstreich!

Natürlich gab es daraufhin Empörung, Diskussion und große Aufregung: „Das macht man doch nicht!“ „Was sollen die Leute denken?“ „Das ist doch verboten!“ – die gesamte Palette ihrer angelernten Glaubenssätze kam hoch, aber am Ende liessen sich die toughen Frauen nicht lumpen und schwärmten aus, um meinen Auftrag zu erledigen.

Als wir uns eine halbe Stunde später wiedertrafen, war mitten in der Nacht die Sonne aufgegangen: Ich blickte in strahlende Gesichter mit verrutschtem Make up und roten Wangen. Frauen, denen vor Lachen die Wimperntusche verlaufen war, mit dreckigen Schuhen und Matschspritzern auf  den Jeans. Frauen, die so schön waren, wie noch nie.

„Sei frech und wild und wunderbar!“ Pippi Langstrumpf Klick um zu Tweeten

Dass der zweite Seminar-Tag komplett anders lief, als der erste, muss ich wohl nicht extra betonen….

Manchmal lohnt es sich offenbar, Menschen aus der Reserve zu locken und sie mit ungewöhnlichen Plänen zu überraschen. Deshalb möchte ich auch Sie an dieser Stelle fragen:

  • Wann haben sie zum letzten Mal einfach mal Blödsinn gemacht und „out oft the box“ agiert? Nicht auf Kosten von anderen, sondern zur Freude für sich selbst
  • Erwachsene lachen im Durchschnitt 15 mal am Tag, Kinder dagegen 400 (!) mal. Ist das nicht erschütternd? Warum muß einem mit zunehmendem Alter das Lachen vergehen? Nichts macht schließlich schöner und strahlender, als sich einfach einmal vor Lachen auszuschütten – tun sie’s einfach!
  • Miteinander macht viel mehr Spaß als Nebeneinander: Wann sind Sie das letzte Mal mit anderen in Verbindung getreten? Haben etwas gemeinsam gemacht? Karten-Spielen, Bowling, Spontan-Picknick – greifen Sie doch mal wieder zum Hörer und trommeln ihre Clique zusammen!
  • Welche Glaubenssätze halten Sie vom Spaß-haben und Aufeinander-Zugehen ab? Schmeißen Sie sie einfach in den Mülleimer – und suchen Sie sich Neue!

Nutzen Sie die Energie der Osterzeit: Verabschieden Sie sich von einschränkenden Glaubenssätze und laden Sie neue, mutige Entscheidungen in Ihr Leben ein!

Ich freue mich auf Ihre Erlebnisse,

herzlichst,

Ihre Regina Först