Arme Eltern: Zu Beginn des neuen Schuljahres brachte die „Bild am Sonntag“ ganzseitig die „10 besten Tipps, wie Sie Elternabende überleben“. Auf der Gegenseite steht der Beruf des Lehrers im Burn Out Ranking seit Jahren ganz oben – und viele Schüler gehen mittlerweile lieber zum Zahnarzt, als in den Unterricht.

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Unterm Strich bedeutet das: Mit unserem Schulsystem stimmt etwas nicht! In der Schule werden junge Menschen zwar beruflich qualifiziert, aber Reflexionsvermögen, seelische und körperliche Gesundheit, Kultivierung und Lebenskompetenz bleiben auf der Strecke.

Diese Erkenntnis ist keineswegs neu – ich weiß. Neu ist dazu aber ein Ansatz aus Heidelberg: Als erste in Deutschland, unterrichtet dort die Willy-Hellpach-Schule seit einigen Jahren das Fach “Glück”. Schulleiter Ernst Fritz-Schubert hatte „es satt, dass Schule in der Beliebtheitsskala der Schüler gleich nach dem Zahnarztbesuch rangiert“ und entwarf daraufhin das innovative Fach, das die zentralen Lebensglück-Bausteine Seele und Körper, Motivation und Leistungsorientierung, sowie Gemeinschaft vereint. Das Fach „Glück“ soll „Bildung im ursprünglichen Sinn” vermitteln, und dazu gehört, laut Schulleiter Fritz-Schubert „unbedingt die Fähigkeit, Glück empfinden zu können“.

Hierzu auch ein Buchtipp: Lernlust. Worauf es im Leben wirklich ankommt

Nach einer gemeinsamen Veranstaltung mit Ernst Fritz-Schubert war für mich klar: da mach ich mit. Und so entstand die Idee, künftig mehrmals im Jahr einen „Glücks“-Vortrag für Lehrer oder Kid‘s an einer Schule Ihrer Wahl zu verschenken.

Inhaltlich geht es um das Selbstbewusstsein. Darum, sich etwas zu trauen, mit Niederlagen umzugehen, sich nicht mit seiner Note zu identifizieren, sich Ziele zu setzen und auf seine Talente und Stärken zu konzentrieren. Angelehnt an den Ansatz des Neurobiologen Prof. Dr. Gerald Hüther, der sagt, die wichtigsten Erfahrungen, die Menschen machen, und die in ihrem Gehirn in Form komplexer Vernetzungsstrukturen im Gehirn verankert werden, seien soziale Erfahrungen. Das menschliche Gehirn ist, laut Hüther, ein durch soziale Beziehungserfahrungen strukturiertes Konstrukt. Er setzt sich vorbildlich für die Schaffung von sozialen Beziehungen und einer Beziehungskultur, die es Menschen (besonders Kindern und Jugendlichen) ermöglicht, die in ihnen, bzw. in ihrem Gehirn angelegten Potenziale zu entfalten, ein.

Sie fragen sich, warum ich das mache?

  • Weil ich finde, dass jeder Mensch etwas abgeben kann – und wenn es Zeit ist.
  • Weil ich möchte, dass Schüler keine „fünf“ in Glück haben.
  • Weil ich die Lehr”kräfte” stärken möchte, die Herausforderungen zu meistern.
  • Und weil die schönste Belohnung ein Lächeln auf einem Kindergesicht ist.

Also: Machen Sie mit bei „Kids först“ und schreiben Sie mir, wenn Sie sich für Ihre Schule einen Vortrag von mir wünschen.

Herzlichst,

Ihre Regina Först