Neulich saßen wir am späten Nachmittag in der herrlich warmen Herbstsonne im Straßencafé. Neben uns hatte es sich eine Clique junger Menschen gemütlich gemacht und unterhielt sich angeregt über ihre Jobs. Irgendwann kam ein etwa 30jähriger Typ im Anzug dazu und sagte: „Sorry für die Verspätung, ich hatte noch ein Termin beim Chef”.

Wie auf Kommando gab jeder sein Kommentar dazu, bevor er überhaupt saß:: „Arme Socke, jetzt bist du sicher total fertig“, sagte einer. „Und? Hat er dich wieder lang gemacht“, fragte ein anderer. „Oh je, ich bin da heute grad noch mal drum rum gekommen“ und so ging es munter weiter. Für die Clique war offenbar vollkommen klar, dass der Termin beim Chef furchtbar gewesen sein musste.

Gut, vielleicht kannten sie den Chef und den Grund des Termins, aber es hat mich trotzdem schockiert, das ein Termin beim Vorgesetzten automatisch zum Frust führt, also etwas Negatives ist. Wie schön wäre es gewesen, wenn die Kommentare wie folgt ausgefallen wären: „Wie schön, dass er sich extra Zeit für dich genommen hat!“ Oder: „Hast du dir wieder eine Extraportion Lob abgeholt, neue Aufgaben zugetraut bekommen?“

Auf der einen Seite ist bei vielen Führungskräften zum Thema Sozialkompetenzen sicher noch viel Luft nach oben. Das ist der Grund warum ich den Führerschein für Führungskräfte entwickelt habe.

Auf der anderen Seite hat es logischerweise auch viel mit der persönlichen Wahrnehmung zu tun. Und daran kann jeder sofort etwas ändern. Keiner zwingt uns zu denken, was wir denken, oder?

Warum machen wir uns und andere mit negative Vermutungen und Spekulationen nieder, statt positiv zu denken, das Beste anzunehmen und uns dadurch aufzubauen?

Warum machen wir uns mit negativen Spekulationen nieder, statt das Beste anzunehmen und uns dadurch aufzubauen? Klick um zu Tweeten

Das bedeutet natürlich nicht, zwanghaft mit blödsinnigen positiven Affirmationen um sich zu schmeißen, aber ab und an etwas Psycho-Hygiene zu betreiben und die eigenen negativen Denkmuster zu entstauben, ist sicherlich keine schlechte Idee. Denn in fast jeder Situation besteht theoretisch eine 50:50-Chance: Sachen können blöd laufen – aber sie können genauso gut auch ganz wunderbar werden. Warum sich also nicht lieber auf ein Happy End konzentrieren, als von Anfang an den Untergang zu prophezeien?

Ab und an etwas Psycho-Hygiene betreiben und die eigenen negativen Denkmuster entstauben! Klick um zu Tweeten

Die Kraft der Gedanken ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen. Wir ziehen an, was wir denken und ausstrahlen. Negativität hat also tatsächlich negative Ereignisse zur Folge – und umgekehrt.

Höchste Zeit also, sich selbst und anderen eine glorreiches Zukunft und ein wundervolles Leben zu visualisieren.

Dazu möchte ich Ihnen eine kleine Geschichte erzählen: Ein Mann warf jede Woche seinen Gartenmüll über den Zaun zum Nachbarn. Woche für Woche immer das gleiche Spiel. Eines Tages flog eine Schachtel Pralinen auf seine Seite zurück. Darauf klebte ein Zettel mit den Worten: „Jeder gibt das, was er hat.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen exorbitant tollen, pralinenvollen und glücksprallen Oktober,
Ihre Regina Först