Eine der interessantesten Grafiken der letzten Woche fand ich die, in der Männer und Frauen ihr Idealbild des weiblichen Körpers angeben sollten.

Ergebnis: Für die Männer darf eine Frau wesentlich viel runder und fülliger sein, als für die Frauen selber. Das Mager-Diktat in Medien und Fernsehen ist letztendlich also eine von den Frauen selbst gemachte Geissel.

Zahlreiche Soziologen, Trendforscher und sonstige Experten haben sich in der Vergangenheit vergeblich den Kopf darüber zerbrochen, warum eine Frau nicht mehr wie eine Frau aussehen darf, sondern als durchtrainierter, sehniger Madonna-Klon auftreten soll – ein Ziel, das für die wenigsten Frauen zu erreichen ist und deshalb frustriert.

Das Problem ist genauso hausgemacht, wie die niemals endende Sorge um die richtige Ernährung – oder die sinnvollsten medizinischen Behandlungsmethoden: Mal ist Butter gesund, mal nicht. Mal geht Kaffee aufs Herz – mal ist er unentbehrlich für die Leber. Mal sorgt Rotwein für ein längeres Leben – mal kürzt er es dramatisch ab. Das gleiche gilt für chinesische Medizin, Homöopathie und Antibiotika.

Und auch die Leitlinien der richtigen Psycho-Hygiene ändern sich ständig: Mal ist Polygamie der Weg in den siebten Beziehungshimmel – mal der in den finalen Liebes-Abgrund. Mal sind die Eltern an allem Schuld und man sollte sich dringend lösen – mal findet man endgültiges Seelenheil nur durch umfassende Versöhnung mit ihnen.

Das Vorgaben- und Forschungsergebnisse-Karussell dreht sich so zuverlässig wie die Erde – und Regeln, Erkenntnisse und Tipps wechseln wie die Jahreszeiten.

Was ich damit sagen will: Wer sein Fähnchen in den Wind hängt und sich von aussen diktieren lässt, wie er auszusehen, was er zu essen, wie er zu denken oder zu fühlen hat, der wird sich wie ein Hamster im Rad verausgaben, ohne jemals zum Ziel zu kommen. „Der Kopf ist nicht nur zum Haare kämmen da“, sagte schon mein Vater. Recht hat er: Man kann ihn zum Beispiel dazu benutzen, darüber nachzudenken , was man wirklich zum Glücklich-sein braucht: Was begeistert mich? Was macht mir Spaß, was treibt mich an?

Wer bin ich wirklich? Welche Talente schlummern in mir? Wo will ich hin?

Welche Menschen inspirieren mich und geben mir Energie, statt mich auszulaugen?

Welche Nahrungsmittel schmecken mir? Was tut meinem Körper gut – und was meiner Seele?

Wer nicht mehr sein will, wie „alle“, sondern Mut zur eigenen Meinung, zur Individualität hat, tut den ersten Schritt in ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben. Sich selbst treu zu bleiben ist oft schwieriger, als seinem Arbeitsplatz oder seinem Partner. Doch: Nur wer sich von der Masse abhebt, sticht heraus! Wer sein Wertesystem nach seinen ganz persönlichen Maßstäben neu programmiert, lebt seine Einzigartigkeit. Jeder Mensch ist einzigartig – ganz automatisch. Doch erfolgreich ist nur, wer sich selber folgt.

Was ist Ihre Eigenart? Vorliebe? Womit heben Sie sich ab? Was ist Ihr ganz spezielles Anders-sein? Ich bin sehr gespannt auf Ihre bunten Antworten…

Herzlichst,

Ihre Regina Först

„Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unser Dasein automatisch die anderen.“ (Nelson Mandela)