„Hätte er doch bloß besser auf sich aufgepasst“, dachte ich unwillkürlich, als ich vor ein paar Tagen vom Kreislauf-Kollaps des BMW-Chefs Harald Krüger auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt erfuhr. Vor laufenden Kameras war der Top-Manager in sich zusammengesackt und musste anschließend, links und rechts von Helfern gestützt, von der Bühne geführt werden.

Krüger, der erst seit dem 13. Mai dieses Jahres im Amt ist, wollte sich um jeden Preis als kompetent und geeignet beweisen, heißt es. Beweisen, dass er die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt, dass er tough, leidens- und leistungsfähig ist. Schön und gut. Mit seinem „Fall“ hat er jedoch etwas ganz anderes bewiesen: Nämlich, dass er offenbar nicht besonders gut auf sich selbst, bzw. auf seine Gesundheit acht geben kann.

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Fakt ist: Auf den Top-Managern des Landes lastet ein ungeheurer Leistungsdruck. Sie tragen extrem viel Verantwortung, sind enormen körperlichen und seelischen Belastungen ausgesetzt, da sie in der Regel über Tausende von Mitarbeitern entscheiden, dauernd um die Welt fliegen und die Geschicke der Unternehmen lenken sollen. Doch wie kommen Konzerne zu der Ansicht, ihre Top-Führungskräfte bräuchten für diesen „Knochenjob“ weder Schlaf noch Essen? Was wird sich da gegenseitig im immer härter werdenden High-End-Business bewiesen? Gilt Achtsamkeit für die eigenen Ressourcen tatsächlich als Schwäche?

Menschen sind keine Maschinen! Sind keine Super-Computer, die nie Schlaf oder Erholungspausen brauchen. Wenn Manager zwar Welt-Konzerne managen, aber nicht mehr den eigenen Körper, die eigene Gesundheit, dann läuft – wie Krügers Zusammenbruch deutlich bewiesen hat – etwas schief.

Eine Befragung der Max Grundig Klinik unter 1000 Führungskräften ergab kürzlich, dass 70 Prozent der Führungskräfte ihren eigenen Gesundheitszustand als „sehr gut“ oder „gut“ bewerteten, 61 Prozent von ihnen aber zeitgleich zugab, stark unter Druck zu stehen und weder ausreichend noch gut schlafen zu können.

Würden Top-Manager wie Krüger zugeben dürfen, dass sie erholungsbedürftig sind, eine Auszeit brauchen – oder zumindest eine Mütze Schlaf – , dann hätte es nicht zu diesem Warnschuss des eigenen Körpers vor laufenden Kameras und bei Blitzlichtgewitter kommen müssen.

Sich selbst zu fordern, herauszufordern ist okay – sich zu überfordern ist es nicht. Klick um zu Tweeten

Sich selbst zu fordern, herauszufordern ist okay – sich zu überfordern ist es nicht. Denn wer seinen Tank regelmäßig bis auf den letzten Tropfen leer fährt, riskiert auf Dauer einen Motorschaden. Gleiches gilt für den menschlichen Körper: Es ist doch vollkommen klar, dass ein ständig überlasteter Organismus irgendwann kollabiert.

Warum also müssen Top-Manager so tun, als wären sie übermenschlich? Wäre „Menschlichkeit“ und damit „Greifbarkeit“ nicht sogar wohltuend, entlastend und solidarisierend für Mitarbeiter und Mitmenschen?

Ich finde, Management sollte bei einem guten Selbst-Management beginnen. Denn nur wer sich selbst helfen und führen kann, kann auch andere führen. Nicht umsonst wird in Flugzeugen stets eindringlich darauf gedrängt, sich im Notfall zunächst selbst die Sauerstoffmaske aufzusetzen und erst dann den Mit-Passagieren zu helfen.

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Führungskräfte sollten auch in Punkto Gesundheitsbewusstsein ein Vorbild sein. Eigenverantwortung ist der beste Beweis für die Fähigkeit zur Verantwortung großer geschäftlicher Aufgaben. Ressourcen-orientiertes Vorgehen lautet dabei das Zauberwort. Es ist unerlässlich wichtig, Erholungspausen, Urlaub oder Entspannungsphasen in den Arbeitsalltag zu integrieren, um wieder aufzutanken.

Nicht nur der Körper – auch die Seele muss sich regelmäßig regenerieren. Klick um zu Tweeten

In Bezug auf die körperliche Gesundheit, haben mittlerweile etliche Unternehmen diese Dringlichkeit erkannt und schicken ihre Führungskräfte zum regelmäßigen Check up in teure Privatkliniken. Doch mit der Physis alleine ist es meiner Meinung nach nicht getan: Nicht nur der Körper – auch die Seele muss sich regelmäßig regenerieren.

„Burn on statt Burn out!“ Klick um zu Tweeten

Was macht eine gute Work-Life-Work-Balance aus? In meinen Vorträgen, Trainings, Coachings und Seminaren kläre ich über die wichtigsten Faktoren eines klugen Energiemanagements auf und zeige, wie man sie gezielt einsetzt. Stichwort: „Burn on statt Burn out!“ Ich verrate Ihnen, warum und wie ein guter Blick auf sich selbst vorm Ausbrennen schützt. Denn wer sich selbst wieder spürt, kann seine innere Begeisterung neu leben, umfassender kreativ sein und auch andere inspirieren.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein erholsames Wochenende,

Ihre Regina Först