„Mit Angst bezahlt man Abenteuer“, heißt es. Und Abenteuer werden zunehmend rar, da sich das Furcht-Gefühl wie ein neuer Virus rasant verbreitet: Arbeitsausfälle wegen psychischer Erkrankungen explodieren. Jeder vierte Arbeitnehmer hat, laut aktuellen Erhebungen, bereits innerlich gekündigt – Tendenz stark steigend. Und auch die seelisch begründete Erwerbsunfähigkeit nimmt zu: Im vergangenen Jahr zählte das statistische Bundesamt 59 Millionen Krankmeldungen wegen psychischer Belastungen – und rechnet auch hier mit einer Steigerung in den kommenden Jahren.

Alarmstufe Rot auf dem Arbeitsmarkt also. Ursache der meisten psychischen Probleme ist Angst: Angst vor Veränderungen, Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, Angst die Miete nicht mehr bezahlen zu können, Angst vor Umwelt-Katastrophen, Angst, Angst, Angst – geradezu lähmende Angst. Lähmend, weil sie Lebensfreude und lösungsorientiertes Denken blockiert und dazu führt, dass wir nur in der Zukunft leben und das Hier und Jetzt vergessen. Dabei ist die Gegenwart die einzige Realität, die wir haben.

Berufliche Frustration durch Lebensangst – ein Teufelskreis, denn laut Arbeitspsychologen hängt Erfüllung im Beruf weniger von der Tätigkeit, als viel mehr von der eigenen inneren Einstellung dazu ab. Der Mensch und sein Job müssen quasi eine Beziehung eingehen, die von Liebe und Begeisterung geprägt ist – und sei der Job noch so öde. Glücks-Begabte schaffen es, selbst langweiligste Aufgaben als erlebnisreich zu empfinden.

Das heißt: Wir brauchen mehr Mut! Mut, unsere Ängste zu überwinden. Mut, trotz aller Gefahren und Widrigkeiten Lebensfreude zu entwickeln, Spaß an unserer Existenz und unserem Job zu haben. Mut tut gut – und entspannt: Denn die Realität ist erfahrungsgemäß nie so dramatisch, wie die Szenarien, die die eigene Phantasie entwirft.

Einen Termin beim Chef vereinbaren und endlich die Gehaltserhöhung einfordern, die schon seit Jahren überfällig ist. Den Mut haben, sich für den Traumjob zu bewerben – obwohl die Qualifikation nicht ganz reicht. Dem Kollegen, der ständig die eigenen Leistungen als seine präsentiert, zur Räson bringen: Ich möchte dazu aufrufen, jeden Tag eine persönliche „Mut-Probe“ zu bestehen – und das Leben in jeder Sekunde auszukosten, so wie die Jungs von OneRebublic es in ihrem Song „I lived“ so wunderbar vorsingen:

(…)

I, I did it all
I, I did it all
I owned every second
That this world could give
I saw so many places
And things that I did
Of every broken bone
I swear I lived

(…)

In diesem Sinne ein wunderbares, mutiges Wochenende,

Ihre Regina Först