(Foto: Arne Müseler / arne-mueseler.de)

Der Jubel war groß und verdient: Mit einem sagenhaften 4:0 gewann die deutsche Nationalmannschaft souverän ihr erstes WM-Spiel. Im obligatorischen Interview direkt nach dem Spiel schwärmte Jérôme Boateng, der die schwierige Aufgabe, Superheld Cristiano Ronaldo zu domptieren, meisterhaft bewältigt e, vom Teamgeist der Mannschaft. Nach dem Motto „11 Freunde sollt ihr sein“, würde jeder jedem jederzeit den Rücken stärken. Denn sie alle hätten ein gemeinsames Ziel und wüssten, dass dies nur zu erreichen sei, wenn alle zusammenarbeiten – und nicht einzeln.

Die Rasen-Einsichten des 25jährigen Abwehrspielers sprechen mir aus dem Herzen: Teamgeist statt arrogantes Einzelkämpfertum. Verantwortung übernehmen, gut vorbereitet sein und mit Lust und Leidenschaft an die Arbeit gehen – statt halbmotiviert und schlecht gelaunt auf dem Platz zu stehen und übers Wetter zu schimpfen. Der gemeinsame Wille, zu gewinnen, ist es, der eine Gruppe zu einem Ganzen macht. Genau wie es Andreas Bourani in seinem wunderbaren Song „Auf uns“ besingt:

(…)
Hier geht jeder für jeden durchs Feuer
Im Regen stehen wir niemals allein
Und solange unsere Herzen uns steuern
Wird das auch immer so sein
Ein Hoch auf das, was vor uns liegt
Dass es das Beste für uns gibt
Ein Hoch auf das, was uns vereint
Auf diese Zeit (Auf diese Zeit)
Ein Hoch auf uns (uns)
Auf dieses Leben
Auf den Moment
Der immer bleibt
Ein Hoch auf uns (uns)
Auf jetzt und ewig
Auf einen Tag
Unendlichkeit
(…)

Auch die Fans beweisen Teamgeist – durch Public Viewing! Das gemeinsame Anschauen der Spiele empfinde ich als Gruppentherapie: Der klar definierte Gegner, die Konkurrenz-Mannschaft, stärkt das „Wir“-Gefühl der Zuschauer. Und genau an diesem Punkt sollten sich die Chefs und Führungskräfte der deutschen Unternehmen eine Scheibe abschneiden: Wann haben Sie dieses „Wir“-Gefühl zuletzt in Ihrer Firma gespürt? Kennen ihre Mitarbeiter das gemeinsame Ziel? Stärken Sie sich gegenseitig uneigennützig und bedingungslos den Rücken?

Und noch eine WM-Strategie lässt sich gut auf unternehmerische Führungs-Strategien übertragen: Der holländische National-Coach Louis van Gaal hat bei der Mannschaftsaufstellung verstärkt auf noch unbekannte, unerfahrene Youngsters gesetzt – und damit ein 5:1 gegen den amtierenden Weltmeister Spanien eingefahren. Liebe Firmen-Chefs: Warum nicht mal den Jungen eine Chance geben, die noch hungrig sind, brennen und sich beweisen wollen? Die Impulse geben, hochmotiviert sind und voller Energie stecken? Klar ist die Erfahrung der „alten Hasen“ nicht zu unterschätzen – aber Leidenschaft ist ein extrem starker Turbo!

Wann haben Sie das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht?

In diesem Sinne wünsche ich uns viel Glück für morgen gegen Ghana.

Ich bin sicher: Gemeinsam sind wir unschlagbar!

Herzlichst,

Ihre Regina Först