Es ist jedes Jahr das Gleiche: Um den 31. Dezember herum schwört sich die Menschheit Besserung und Läuterung. Hochmoralische und kerngesunde Beschlüsse werden gefasst – die im kommenden Jahr eisern umgesetzt werden sollen: Weniger rauchen, mehr Sport, mehr Zeit für Freunde und Familie, weniger Stress, mehr Kultur, weniger Kohlenhydrate, mehr Vitamine, weniger Fleisch, mehr vegan. Alles gut, alles richtig, denn all’ diese Vorsätze haben ein gemeinsames Ziel: Glücklicher und gesünder zu leben!

Doch wie lebt man glücklicher? Und WAS macht eigentlich glücklich?

Da gibt es diese berühmte „Säulen“-Theorie: Eine harmonische Beziehung, Freunde, Gesundheit und ein erfüllender Beruf – das sind die vier Zutaten eines glücklichen Lebens. Arbeit ist demnach ein wichtiger Faktor, eine starke Säule, die sich positiv in das Gesamtkonstrukt einfügen sollte – es aber oft nicht tut. Viel zu viele Menschen gehen immer noch viel zu wenig gerne zur Arbeit – und fiebern dem Wochenende entgegen. Das tut der Säule nicht gut. Der Putz bröckelt, der Beton wird mürbe – und das Glücks-Gesamt-Konstrukt ist gefährdet. Was also tun?

An dieser Stelle möchte ich den von mir sehr verehrten Querdenker Karl Lagerfeld zitieren, der in einem Interview sinngemäß sagte, dass er in seinem Leben gefühlt noch keinen einzigen Tag gearbeitet hätte, weil ihm sein Beruf so einen Spaß macht: „Alles, wozu man keine Lust hat, ist Arbeit. Alles, wozu man Lust hat, ist Beruf.“

Glück und Zufriedenheit werden in der Arbeitswelt immer wichtiger. Der Job soll im Einklang mit den individuellen Bedürfnissen stehen und keine Sklaverei mehr sein.

Spaß an der Sache, neue Herausforderungen, mehr Freizeit, Mitbestimmung, Selbstverwirklichung – das ist es, was Arbeitnehmer wollen. In einem Internet-Artikel der Plattform www.t3n.de, las ich neulich, dass Arbeit künftig nicht mehr das notwendige Übel zur Finanzierung des Alltagslebens sein, sondern fester Bestandteil eines ausgefüllten und glücklichen Lebens sein soll. Ein Wunsch, dem neuerdings auch Arbeitgeber Folge leisten, haben Sie doch erkannt, dass glückliche, motivierte Angestellte wesentlich produktiver sind.

Glück macht gut: „Glückliche Mitarbeiter sind das wertvollste, was uns als Unternehmen passieren kann“, weiß Lea Böhm, Team-Managerin beim Startup ezeep.

„Nur Mitarbeiter, die sich wohlfühlen, bringen in einem technischen, schnellen und kreativen Umfeld gute Leistung“, sagt Gitta Blatt vom Berliner Spielesoftwareunternehmen Wooga.

„Für Unternehmen und Mitarbeiter ergibt sich eine Win-Win-Situation,“ schreibt Luca Caracciolo in seinem Artikel „ Die Glücksökonomie: Warum Glück und Zufriedenheit in der Arbeitswelt immer wichtiger werden“, „denn zufriedene Mitarbeiter zahlen sich langfristig für die Wirtschaftsleitung eines Unternehmens aus. Diese Zufriedenheit strahlt zudem auch auf die Unternehmensmarke ab, schließlich gibt es keine besseren Markenbotschafter als die eigenen Mitarbeiter. Und für die Mitarbeiter ist eine Arbeit, die zufriedenstellt, ein wichtiger Baustein für ein glückliches Leben. Und ist es nicht das, was wir alle suchen?“

Besser hätte ich es nicht sagen können.

Wie sieht Ihre Life/Work-Formel aus: Arbeiten Sie, um gut zu leben? Oder leben Sie, um gut zu arbeiten?

An welchen Schräubchen werden Sie 2015 drehen, um glücklicher zu sein?

Ich bin gespannt auf Ihre Antworten und Anregungen,

herzlichst,

Ihre Regina Först